Willkommen im Anthropozän


Die 4,6 Milliarden Jahre umfassende Erdgeschichte wird in geologische Einheiten eingeteilt. Zu diesen zählen die „Epochen“. Das sind Zeitabschnitte, in denen sich die Erde unwiderruflich veränderte. Zurzeit leben wir offiziell in der Epoche des Holozäns. Doch vieles deutet darauf hin, dass inzwischen eine neue Epoche begonnen hat: das „Zeitalter des Menschen“ oder „Anthropozän“. Die 1.600 Quadratmeter große Sonderausstellung im Deutschen Museum München will anhand verschiedenster Aspekte darstellen, dass der Mensch inzwischen zum geologischen Faktor geworden ist, somit auf einer Stufe steht mit Urgewalten wie Gletschern oder Vulkanismus.

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Gemeinsam mit Klaus Hollenbeck Architekten konzipierte krafthaus eine Ausstellung, die zusammenwirkende komplexe Phänomene in verständlicher und unterhaltsamer Weise beleuchtet. Die Ausstellung vermeidet bewusst Untergangsszenarien; stellt vielmehr Chancen und Risiken, die sich durch den Akteur Mensch ergeben, gleichberechtigt nebeneinander. Fragen und die Argumente für Antworten stehen im Vordergrund.

Auf Themenplatten, die an die Bruchstücke eines einst zusammenhängenden Kontinents erinnern, werden sechs Hauptthemen inszeniert: Urbanität und Ressourcen, Mobilität, Mensch-Maschine, Natur, Ernährung und Evolution. In der Summe geben sie Einblick in die Wechselwirkungen, die das Anthropozän prägen.

Als Referenz zum Ort, dem Deutschen Museum, fungiert ein weiteres, dominantes Ausstellungselement. Es handelt sich um ein zwanzig Meter breites und drei Meter hohes Objektregal, das scheinbar komplett aus Wellpappe besteht. In ausgefrästen Hohlräumen beinhaltet es typische Objekte der Technik- und Wissenschaftsgeschichte. Sie stehen für die prägende Rolle der Technik im Anthropozän. Über kalligrafische Zeichnungen und Querverweise werden sie zueinander wie in einem Skizzenbuch in Beziehung gesetzt.

Eine Medieninstallation aus unterschiedlichsten Monitoren, gestaltet als Würfel von drei Metern Kantenlänge, verweist auf die Bedeutung der Medien in der globalisierten Gesellschaft des Anthropozäns. Auf dem zentralen Screen laufen „Anthropozän-Spots“, die verschiedene Themen des Anthropozäns in Form unterhaltsamer Werbeclips beinhalten. Sie enden alle mit dem Slogan: „Du bist anthropozän.“ So wird auf unsere Rolle als globale Akteure verwiesen, egal wie klein wir unseren Wirkungsradius einschätzen mögen.

Die Ausstellung erzählt von Chancen und Risiken, – vom zerstörerischen Potenzial des Menschen und seinen einzigartigen kreativen und geistigen Möglichkeiten. Daraus erwächst die Möglichkeit, aber auch die Verantwortung das Anthropozän zu gestalten. Am Ende des Rundgangs werden die Besucher eingeladen, sich symbolisch als Gärtner des Anthropozäns zu betätigen. Sie können mithilfe von selbst gefalteten Origami-Blumen eine Landschaft gestalten und damit ihre Spuren in der Ausstellung hinterlassen. Die Besucher äußern auf diesen Papierblüten ihre Gedanken und Ideen zum Anthropozän in der Hoffnung, dass diese in der Zukunft Früchte tragen werden.

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